team lampre-meridaDAS Merida warp tt
im Windkanal

Zum ersten Mal in seiner langjährigen Firmengeschichte engagiert sich MERIDA seit der Saison 2013 mit dem TEAM LAMPRE-MERIDA im bunten Zirkus der UCI WorldTour. Damit ist der zweitgrößte Fahrradhersteller Taiwans als Materialsponsor vor allem eine immense Verantwortung gegenüber den Profis eingegangen. Denn schließlich geht es für das gesamte Team und für jeden Fahrer bei jeder einzelnen ihrer Abermillionen an Kurbelumdrehungen um nicht weniger, als sich jederzeit auf sich selbst und auf sein Material zu 100 Prozent verlassen zu können – um am Ende des Tages so weit vorne zu landen, wie es nur eben möglich sein kann. Dank seines inzwischen 11-jährigen Engagements bei der ausgesprochen erfolgreichen UCI Elite-Equipe MULTIVAN MERIDA BIKING TEAM bringt MERIDA jede Menge Erfahrung vom Sektor des MTB-Profisports mit – Erfahrung, die den Profis des TEAM LAMPRE-MERIDA zu Gute kommt.

Dass MERIDA in der Lage ist, erfolgreiche Rennmaschinen auf Weltklasseniveau bereitzustellen, beweisen Olympisches Gold sowie zahlreiche Welt- und Europameistertitel im MTB-Sport also zur Genüge. Und doch war die Herausforderung, eine spezielle Zeitfahrmaschine für Straßenprofis auf eben diesem hohen Niveau zu entwickeln und deren Piloten perfekt darauf abzustimmen, eine ganz besondere – und damit gleichzeitig eine, die das MERIDA-Entwicklungsteam rund um R&D-Chef Jürgen Falke nur allzu gern angenommen hat.

Dabei galt es zunächst, das Material selbst so fehlerfrei und perfekt zu entwerfen, dass kein einziger Schwachpunkt mehr zu finden sei. Neben den engmaschigen Vorgaben des Radsportweltverbandes UCI, die das Zeitfahrrad WARP TT hinsichtlich seiner Konstruktion zu erfüllen hatte, waren aber nicht nur Gewicht und Steifigkeit auf Weltklasse-Level anzusiedeln. Ganz besonders die Aerodynamik dieses Geschosses galt es zu optimieren. Schließlich geht es bei den Einzel- und Teamzeitfahrern der wichtigsten Etappenrennen, die das TEAM LAMPRE-MERIDA im Verlauf einer Saison absolviert, um jeden Bruchteil einer Sekunde.

Deshalb hat MERIDA Hunderte von Stunden im Windkanal verbracht, um jeden einzelnen Quadratmillimeter des neuen WARP TT so windschnittig wie möglich zu konzipieren. Mit Erfolg: Die an der Hinterkante abgeschnittenen „Fastback“-Aeroprofile, das progressive Layout von Rahmen und Gabel sowie das völlig ins Konzept integrierte Cockpit realisieren einen minimalen Luftwiderstand, mit dem sich das WARP TT in die Spitzengruppe der besten Zeitfahrmaschinen katapultiert.

Doch ist es nicht die Maschine allein, die beim Zeitfahren um jede Hundertstel Sekunde kämpft: Es ist das Gesamtsystem aus Rad und Pilot. Und damit diese symbiotische Verbindung so rasant wie nur eben möglich über den Asphalt rauscht, nahmen sich die MERIDA-Entwickler und die Profis selbst viele Tage die Zeit, um im speziell für Radrennfahrer vorteilhaften Umluft-Windkanal der Newton S.r.l. vor den Toren Mailands gemeinsam mit dem sportlichen Berater Robert Kühnen alle Stellschrauben zu optimieren. Dabei kam den Ingenieuren vor allem das zum Patent angemeldete, MERIDA-eigene „Modular Head“-System entgegen, das die Cockpitposition jedes einzelnen Fahrers optimal einstellbar macht. Ein Millimeter hier, ein anderer da, die Schultern schmaler, die Ellbogen tiefer – es sind Nuancen, die über den Erfolg entscheiden, doch mit solchen Nuancen kennt MERIDA sich aus. Erste erfolgreiche Auftritte des TEAM LAMPRE-MERIDA bei etwa den Frühjahrsklassikern zeigen, welches Potenzial MERIDA dank seiner akribischen Feinarbeit abrufbar macht.


team lampre-meridaPräsentation des
Merida Reacto Evo

Als MERIDA den Schritt in den Profi-Radsport machte, war für den zweitgrößten Fahrrad-Hersteller Taiwans klar: Halbe Sachen wird es nicht geben. Um den Athleten vom TEAM LAMPRE-MERIDA die besten Chancen auf Erfolge zu bieten, musste spezialisiertes Material her. So wurden nach dem Allround-Renner «Scultura SL» zuerst die Zeitfahrmaschine «Warp TT» und dann das vertikal besonders nachgiebige, auf schlechten Strassen effiziente «Ride Pro» entwickelt. Für die dreiwöchigen Landesrundfahrten in Italien, Frankreich und Spanien war jedoch noch einmal eine andere Art Rennrad gefragt. Um bei höchsten Tempi Sprinterzüge aufzubauen oder lange Fluchten zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, brauchten die Fahrer vom TEAM LAMPRE-MERIDA ein Rennrad, das dem Wind ein Schnippchen schlägt und dennoch die Kraft des Fahrers ohne Verluste auf die Strasse bringt.

Damit war das Anforderungsprofil für MERIDAs R&D-Abteilung und deren Leiter Jürgen Falke klar. Gefragt war ein aerodynamisch optimierter Rahmen, der bei der Steifigkeit besonders des Tretlagerbereichs keine Abstriche macht. Weil neben den Profis vom TEAM LAMPRE-MERIDA auch Triathleten zur Zielgruppe für ein aerodynamisches Rennrad gehören, sollten die Sitzposition wie das Handling ausgesprochen sportlich, ja rennorientiert ausfallen. Um diese Vorgaben zu erfüllen, konnte die Entwicklungsabteilung von MERIDA auf die Ergebnisse der umfangreichen Windkanaltests zurück greifen, die im Zuge der Entwicklung des «Warp TT» durchgeführt worden waren.

Erste Prototypen des neuen, aerodynamischen Rennrads von MERIDA wurden bereits im Frühjahr vor allem von Filippo Pozzato gefahren. Bis zur offiziellen Präsentation am Giro d’Italia blieb noch Zeit, um Details zu verbessern und Rückmeldungen der Profis zu berücksichtigen. Das Resultat dieser Bemühungen ist bereits von der UCI zertifiziert worden – und nennt sich «REACTO EVO». Mit dem alten «Reacto» von MERIDA hat dieser Renner aber kaum mehr etwas gemein. Dafür finden sich einige Merkmale am Rahmen, die schon beim «Warp TT» für sensationelle Werte im Windkanal gesorgt haben.

So sind alle im Wind stehenden Bauteile des Rahmens, also Steuer, Unter- und Sitzrohr sowie die Gabelscheiden mit «NACA Fastback»-Profilen versehen. Um nicht mit den Vorgaben des Weltradsportverbandes in Konflikt zu geraten, sind die Aeroprofile dieser Bauteile unvollständig. Der Vorteil dieser Kamm-Tail-Konstruktion ist, dass sie zum einen sehr windschlüpfrig ist und zum anderen dennoch breit abgestützte Rohre im Bereich von Tretlager und Steuerrohr erlaubt. «Der Rahmen des REACTO EVO ist nur geringfügig weniger steif als derjenige des STRUCTURA SL», erklärt dazu MERIDAs R&D-Leiter Jürgen Falke. «Auch das Mehrgewicht haben wir in sehr engen Grenzen halten können. Dies ist wichtig, da das REACTO EVO wie beim Giro d’Italia auch bei Bergzeitfahren zum Einsatz kommen soll.»

Mit den auffällig geformten Hauptrohren und Gabelscheiden ist es noch nicht getan: Die tief angesetzten Sitzstreben weisen in Fahrtrichtung ein ausgesprochen schlankes Profil auf, und die Hinterrad-Bremse rückt für eine optimierte Aerodynamik unters Tretlager. Vorne schließt die Gabel fast nahtlos an das Steuerrohr des Rahmens an, und die Directmount-Bremse schmiegt sich eng an den Gabelkopf. Der Luftstrom wird weiter optimiert, indem das Unterrohr etwas tiefer und damit näher am Vorderrad baut. Um dem «REACTO EVO» etwas von der Härte zu nehmen, welche aerodynamische Rohrformen mit sich bringen, hat MERIDA die «S-FLEX»-Sattelstütze entwickelt. Diese weist das gleiche Profil wie das Sitzrohr auf, bietet dank einer Aussparung mit eingebautem Carbonfeder-Clip gleich unter der Sattelklemmung aber ein spürbares Plus an Fahrkomfort.

Auf der 17. Etappe des Giro d’Italia, die in Filippo Pozzatos Heimatregion endete, zeigten die Fahrer vom TEAM LAMPRE-MERIDA auf ihren REACTO EVOs ein starkes Rennen. Und einen Tag später kam das neue Aero-Rennrad vom MERIDA auch beim Bergzeitfahren zum Einsatz. Somit kann man sagen: Auch das jüngste Resultat von MERIDAs stetem Innovationsdrang hat die Feuerprobe im Profi-Rennsport bestanden.


Team Lampre-meridaPRÄSENTATION DES
Merida Ride pro

Der Profi-Radsport stellt besondere Anforderungen ans Material. Erst recht die Rennen auf Kopfsteinpflaster, wie sie im Frühjahr im Nordwesten Europas auf dem Kalender stehen: Die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix bringen Mensch und Material an Grenzen. MERIDA hat mit dem "RIDE PRO" ein Rennrad entwickelt, das die Torturen locker wegsteckt und dabei den Fahrer schont.

"Der Werkstoff Carbon bietet uns Entwicklern enorme Möglichkeiten", schwärmt Jürgen Falke, Leiter von MERIDAs R&D-Abteilung. "Je nach der Form der Rohrquerschnitte und der exakten Anordnung der Kohlefasern kann ein Bauteil sehr steif oder gezielt in eine Richtung nachgiebig gebaut werden." Diese Eigenschaft der Kohlefasern hat MERIDA beim Rahmen und der Gabel des "RIDE PRO" konsequent zur Anwendung gebracht. Denn im Pflichtenheft von Seiten der Fahrer vom Team Lampre-MERIDA stand ein Fahrwerk, das verlustfreien Vortrieb mit einem gewissen Maß an vertikaler Nachgiebigkeit kombiniert. Für die Radprofis bedeutet dies mehr Kontrolle und weniger Ermüdung auf Abschnitten mit besonders schlechtem Straßenbelag.

Um ein präzises Handling und eine effiziente Kraftübertragung sicher zu stellen, geizt MERIDA im Steuerrohr- und Tretlagerbereich des "RIDE PRO" nicht mit Material. Prompt bleibt dieser Rahmen im Labortest nur knapp unter den hervorragenden Werten des "Scultura SL". Und kann sich damit ohne weiteres mit den besten Rahmen anderer Hersteller messen. Diese effiziente und steife Basis kombiniert MERIDA mit einer Reihe von Komfortelementen, wie Jürgen Falke erklärt: "Die Kettenstreben haben wir in der Mitte extrem abgeflacht und verbreitert. Auch die tief angesetzten Sitzstreben sind nach diesem Blattfederprinzip geformt und erlauben dank ihres flachen Profils eine gewisse vertikale Nachgiebigkeit."

Damit die Kohlefasern nicht ungebremst in ihre Ausgangsposition zurück schnellen, verbaut MERIDA an den "Flexstay"-Streben des Hinterbaus zwischen den Carbonschichten eine Lage Flachs. "Die Naturfaser Flachs spielt statisch keine Rolle", erläutert dazu Jürgen Falke. "Aber sie kann Schwingungen deutlich besser dämpfen. So vermeiden wir einen Sprungbrett-Effekt, bei dem Erschütterungen nicht effektiv gedämpft, sondern bloß mit Verzögerung an den Fahrer weiter gegeben werden. Ohne diese Dämpfung könnten wir kein Plus an Komfort und Kontrolle erzielen." Auch die schlanke Sattelstütze hilft, Erschütterungen zu schlucken und so vom Fahrer fern zu halten.

Optisch auffälliger ist das Komfort-Element an der Gabel des "RIDE PRO". Zu den Ausfallenden hin weisen die sich verjüngenden Gabelscheiden eine Aussparung an ihrer Rückseite auf. Dank dieser kann die Carbongabel in vertikaler Richtung kontrolliert nachgeben, ohne sich schwammig anzufühlen. Auch hier sorgt eine Schicht Flachs für die nötige Dämpfung. Als ob all dies noch nicht genug Komfort wäre, hat MERIDA an Rahmen und Gabel Platz für Reifen mit bis zu 28mm Breite geschaffen und zudem die Sitzposition auf dem "RIDE PRO" durch ein etwas längeres Steuerrohr entschärft. Die Profis vom Team Lampre-MERIDA finden noch immer ihre bevorzugte Position, aber für Hobbyfahrer ist dieses kleine Detail auf langen Ausfahrten ein echter Segen – und der Unterschied zwischen einem unvergesslichen Erlebnis und fiesen Rücken- und Nackenschmerzen.

Merida BikesKatalog 2014