Neuheiten 2014Merida Warp tt

Carbon bringt im Fahrradbau jede Menge Vorteile; ein entscheidender davon ist, dass sich die Kohlefaserstrukturen in beinahe jede erdenkliche Form bringen lassen. Diesen Umstand machte sich MERIDA zu Nutze als es um die Konstruktion des neuen WARP TT ging. Denn seit MERIDA Anfang 2013 sein Engagement als Titel- und Materialsponsor beim UCI-WorldTour TEAM LAMPRE-MERIDA bekannt gab, war vor allem eins klar: Ein erstklassiges Team braucht eine ganze Flotte an erstklassigen Arbeitsgeräten – und damit auch eines der schnellsten Zeitfahrräder der Welt.

Monatelang hat das MERIDA-Entwicklungsteam gezeichnet, konstruiert, geprüft und verworfen. Denn die Bestimmungen des Radsportweltverbandes UCI für die Zulassung eines Wettkampfrades sind eng: Zum Beispiel dürfen Längen-Breiten-Verhältnisse gleich welchen Rahmenteils die Relation 3:1 nicht überschreiten.
Ein wesentlicher Faktor, wenn es um aerodynamisch optimale Rohrquerschnitte geht. Die Lösung: „Fastback“-Profile, deren abgeschnittene Tropfenform anströmende Luft ohne Verwirbelung optimal vorbei gleiten lässt. Unzählige Tests im Windkanal führten zu der Rahmenform, die das WARP TT letzten Endes bekam. Doch nicht nur das: Die Aerodynamik-Messungen zeigten auch, dass sich die auffallend breit gestaltete Gabel mit einem Scheidenabstand von mehr als 60 Millimetern optimal in puncto Luftwiderstand verhält.
Beide Gabelscheiden sowie das Laufrad werden einzeln angeströmt, was eine sich negativ auswirkende Überlappung einzelner Luftström­ungen ausschließt. Der erreichte Bestwert in der Frontalanströmung wird auch durch die mittels zweier Schrauben direkt befestigte Vorderradbremse nicht gestört. Denn MERIDA setzt auf den neu etablierten Standard, welcher die Bremse nicht nur perfekt in die Gabel integriert, sondern im Vergleich zu vielen Speziallösungen oder Eigenentwicklungen auch eine immer optimale Bremsleistung garantiert.

Doch nicht nur die Aerodynamik des WARP TT ist herausragend: Der Rahmen verfügt über vollständig innenverlegte Züge, sein BB90-Tretlagerstandard ist vollständig kompatibel mit gängigen Leistungsmesssystemen und seine integrierte Sattelstützklemme inklusive Stütze mit Flip-Flop-Klemmung sowie die verstell­baren Ausfallenden beweisen Sinn für Details. Ein integrierter Lenkeinschlag im unteren Steuer­kopfbereich („Tapered Steerer“ von 1 auf 1 1 / 8 Zoll) verhindert eine Kollision von Gabel und Lenker am Kohlefaserhauptrahmen.

 

Trotz all dieser sinnvollen Details macht vor allem seine Variabilität das WARP TT zu dem eigenständigen Zeitfahrrad, das es ist. Denn um im Kampf um Sekunden bestmöglich ab­zuschneiden, genügt es nicht, nur das Rad maximal effizient zu gestalten – es ist die individuelle Position des Fahrers, die den Gesamtluftwiderstand bestimmt. Tagelange Windkanal-Messungen mit Fahrerdummys und den Profis des TEAMs LAMPRE-MERIDA offenbarten ein Potential von bis zu zehn Prozent.

Bekannt aus dem Vorgängermodell TIME WARP macht sich auch das WARP TT das „Modular Head“-System zu Nutze. Um jedem einzelnen Fahrer seinen Ansprüchen entsprechend die bestmögliche Position zu bieten, lässt sich das Cockpit in drei unterschiedlichen vertikalen Positionen montieren: Die speziellen „Modular Head“-Inserts erlauben eine Positionierung der Lenkereinheit auf „0“, „+30 mm“ und „+60 mm“. Neben dieser Grundeinstellung ist es aber vor allem das Cockpit selbst, welches das Geheimnis des WARP TT in sich trägt: Die vollständige Eigenentwicklung am deutschen MERIDA-Entwicklungsstammsitz lässt Tausende Positionseinstellungen zu. Zwei Breiten des Basislenkers von 400 und 420 Millimetern bilden die Grundlage, deren Offset von 35 bzw. 15 Millimetern dank Flip-Flop-Bauweise nach oben oder unten gewählt werden kann. Der das Oberrohr elegant fortsetzende und abrundende Vorbau bietet bei der Aufnahme des Basis­lenkers durch das von Andy Muff patentierte ISA-Verstellsystem eine Längeneinstellung von 90, 100 oder 110 Millimetern. Zudem laufen alle Brems- und Schaltleitungen in seinem Inneren von außen nicht sichtbar zusammen; eine Di2-Lösung kann vollständig im Vorbau verstaut werden. Auch die direkte Schnittstelle zum Fahrer lässt sich optimal einstellen: Sowohl die Unterarmauflagen als auch die Extensions lassen beinahe unendlich viele Einstellmöglichkeiten zu.

Bläst zum Angriff

Die Frontpartie des WARP TT ist kompromisslos auf beste Aero­dynamik ausgelegt. „Direct Mount“-Bremsen etwa schlüpfen optimal durch den Wind.

Klemmt clever

Jedes Detail zählt: Deshalb verfügt das WARP TT über eine integrierte Sattelklemmung, die keinerlei Verwirbelungen erzeugt.

Tausende Möglichkeiten

„Modular Head“, variabler Vorbau, speziell konstruierter Lenker: Zeitahrpiloten bietet das WARP TT beinahe unendlich viele Einstellmöglichkeiten, um die perfekte Aero-Position zu finden.