RoadBIKE 11/2011
MERIDA REACTO TEAM 20

WIE AUF WOLKEN
Manchmal sind es nur vermeintlich kleine Änderungen, die einen riesigen Fortschritt bedeuten. So hat Merida-Entwickler Jürgen Falke dem Top-Modell Reacto eine neue, deutlich komfortablere Sattelstütze spendiert. Dank eines nachgiebigen Elastomers bietet sie trotz Aero-Form hervorragende Dämpfung, wie die RoadBIKE-Messwerte zeigen. In der Praxis spürt man davon erst mal wenig – und das ist gut so. Denn während andere Stützen, die Dämpfung auf derart hohem Niveau bieten, manchmal schon spürbar nachgeben, "federt" die Stütze im Reacto völlig unauffällig, aber höchst effektiv. Diese hohe, nun an Front und Heck sehr ausgeglichene Dämpfung ist ein echter Gewinn, passt sie doch bestens zum Konzept des laufruhigen Langstrecken-Sprinters. Mit diesem neuen Gimmick fährt das Reacto an die Spitze der derzeit so angesagten Aero-Renner. Denn deutlich leichter als die Konkurrenz waren Rahmen (rund 1 Kilo) und Set (1426 Gramm) ohnehin schon, und auch in Sachen Lenkkopfsteifigkeit kann außer Scotts neuem Foil (und Centurions baugleichem Megadrive) kein anderes Aero-Konzept mit dem Merida mithalten. Neu im Modelljahr 2012 sind auch die neuen Aero-Laufräder Red Wing XLR von Fulcrum – eine sehr gute Wahl, denn im Prüflabor überzeugten die noblen Hochprofile mit satten Steifigkeiten bei einem Gewicht auf Niveau von Mavics Ksyrium Elite. In der Praxis lässt sich das Reacto damit sehr gut beschleunigen, und auch am Berg macht das Reacto noch eine ordentliche Figur.
Testfazit kompakt: Dank hervorragender Sattelstütze fährt das Reacto nun wie auf Wolken – der hohe Dämpfungskomfort ist das i-Tüpfelchen auf dem laufstarken, steifen Aero-Rahmen.