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Im Gespräch mit Ondra Slez
Der von MERIDA gesponserte Mountainbike-Freerider Ondra Slez aus der Tschechischen Republik hat in den letzten Wochen einige der weltbesten Freeride- und Jump-Strecken erobert. Auch im Internet hat er mit seinem 6. Platz beim neuseeländischen Natural Selection-Wettbewerb für großes Aufsehen gesorgt, und sein aktuelles Video „The Desert Hazard“, das in Utah, der Heimat des Red Bull Rampage, gedreht wurde, könnte durchaus als seine Bewerbung für das weltweit größte MTB-Freeride-Event angesehen werden.
Ondra ist ein Mann mit großen Plänen und Träumen. Deshalb haben wir uns mit ihm getroffen, um mehr über ihn zu erfahren und herauszufinden, was er den Rest des Jahres vorhat. Zu Beginn sprachen wir über seine unglaubliche Performance beim jüngsten „Natural Selection“-Event in Neuseeland und wollten wissen, wie er diese Erfahrung wahrgenommen hat – und ob er mit seinen Läufen zufrieden war.
OS: Für mich war es etwas ganz Neues und Herausforderndes, aber als ich mich an die Strecke gewöhnt und die richtige Geschwindigkeit für die Sprünge herausgefunden hatte, hat es riesigen Spaß gemacht! Ich bin sogar auf dem sechsten Platz gelandet – unglaublich. Vor allem, da ich gar kein bestimmtes Ergebnis angestrebt hatte. Ich war einfach nur froh, mich für das Hauptrennen qualifiziert zu haben, und wollte zwei saubere Läufe hinlegen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, nächstes Jahr wieder am Start zu sein!
Gehen wir nun ein paar Jahre zurück. Wie bist du zu diesem Sport gekommen und wie bist du dort gelandet, wo du heute bist?
OS: Kurz gesagt: Während ich (Ondra ist von Beruf Tätowierer) an einem Gastspot in Österreich tätowierte, traf ich einen Typen, der im Leogang Bike Park arbeitete. Er bot mir an, mich auf eine Tour mitzunehmen, um mir zu zeigen, worum es bei diesem Mountainbiking überhaupt geht. Ich habe mich sofort in den Sport verliebt und es seitdem nicht bereut. Um etwas mehr Background zu geben: Ich kam vom BMX-Freestyle, wo ich mich auf Sprünge und Tricks konzentriert habe. Als ich vom Slopestyle-Riding hörte, habe ich es direkt ausprobiert. Das führte mich wiederum zum Freeride – mein jetziger Favorit. Am Anfang war es schwierig, da ich niemanden in der Mountainbike-Szene kannte und auch alles andere, wie zum Beispiel Events, neu für mich war. Seitdem habe ich jedoch viel gelernt und fühle mich in der MTB-Welt mittlerweile sehr zu Hause.
Neben Dirt-Jumping und Bike-Park-Action: Was fährst du sonst noch? Und wie trainierst du, um dein Handwerk zu perfektionieren?
OS: Ehrlich gesagt liebe ich alle Facetten des Sports. Ich schätze, das hängt von meiner Tagesform ab. Manchmal mag ich Trail-Biking, manchmal Dirt-Jumping, manchmal unwegsames Gelände und manchmal Flow-Trails oder Bike-Parks. Das ist eigentlich das, was ich an Mountainbikes liebe: Man kann aus vielen verschiedenen Fahrstilen wählen, und sie machen alle Spaß. Was das Training angeht, fahre ich sehr gerne im Kalnica Bike Park in der Slowakei. Das ist mein „Home“-Bike-Park und er ist perfekt für Freeriding. Ich habe auch einen Dirt-Jump-/Freeride-Übungsplatz in Tschechien, wo ich Tricks gelernt habe und sie auf dem Airbag oder bei Sprüngen übe. Und dann geht es nur noch um Wiederholung.
Du kommst aus Tschechien, wo es eine lebhafte Freeride-Szene gibt. Was macht das Land zu einem so besonderen Ort und einer coolen Szene für Biker?
OS: Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was es so besonders macht, aber ich schätze, es gibt viele Orte, an denen man fahren und üben kann. Wie ich schon erwähnt habe, fahre ich auch viel im slowakischen Bike-Park Kalnica, da er so ziemlich alles bietet, was man als Freerider braucht. Es gibt also in beiden Ländern jede Menge tolle Spots.
Was sind deine Lieblingsspots in Tschechien oder in der Umgebung?
OS: Wir haben einige private Spots rund um Brünn. Dann gibt es einen tollen Dirt-Jump-Spot in Senice na Hané sowie den Koprivna Bike Park und schließlich den bereits erwähnten Kalnica Bike Park.
Erzähl uns etwas über dein Bike. Was ist dein „Go-to“-Bike von MERIDA?
OS: Das hängt irgendwie von der Art des Fahrens ab. Zum Glück hat MERIDA für jede Disziplin und jeden Fahrstil etwas zu bieten. Einer meiner absoluten Favoriten ist mein Freeride-Bike, das ich auf Basis des ONE-SIXTY FR gebaut habe. Ich habe es nach meinen Vorlieben angepasst, mit 190 mm Federweg vorne, einem Single-Speed-Antrieb und einem Bar-Spin-Modus, der mir ermöglicht, aufwendigere Tricks auszuführen.
Du hattest einen speziell lackierten Rahmen für NST, der supercool aussah – wie hast du das Setup deines ONE-SIXTY FR für das Event verändert?
OS: Mein individuell lackiertes Design hat mir wirklich sehr gut gefallen; es hat so eine Art weißes Marmor-Motiv. Ich liebe es, wie das weiße Bike in jeder Situation und vor jedem Hintergrund hervorsticht. Ich habe mein Setup nicht wirklich geändert, obwohl ich es hätte tun sollen, denn einige der Abschnitte waren wirklich holprig und ein paar der großen Sprünge hätten ein steiferes Setup erfordert.
Welche anderen Events stehen dieses Jahr noch auf deinem Kalender?
OS: Es gibt viele kleinere Events in der Tschechischen Republik und anderen europäischen Ländern, aber zu den größeren gehören einige der Backyard Battles, das Bike Fest in Kalnica, das RW Invitational in Kanada, einige Runden der Fest Series und der Backwoods’ Jam – um nur einige zu nennen.
Was wären deine Traum-Events, an denen du in Zukunft teilnehmen möchtest? Hast du eine Wunschliste mit Wettbewerben?
OS: Ich habe das noch nicht wirklich erzählt, aber ich versuche, dieses oder nächstes Jahr zum Rampage zu kommen. Das wäre ein absoluter Traum und ein echtes Ziel von mir!
Du hast kürzlich ein paar tolle Videoprojekte auf deinem YouTube-Kanal veröffentlicht. Sind weitere Edits in Aussicht?
OS: Danke! Ich habe vor ein paar Tagen gerade ein neues aus Utah veröffentlicht (siehe Details oben), und einen Monat davor gab es das Dreamland-Video aus Neuseeland. Natürlich versuche ich bereits, an einem weiteren zu arbeiten, aber das ist immer eine große Herausforderung wegen der Budgets, der Locations, der Ideen und der Leute, mit denen man zusammenarbeiten muss. Ich liebe es, Dinge zu erschaffen, zu filmen und kreativ zu sein, daher ist das die Richtung, in die ich mit meinem Riding gehen möchte.
Welche Vorschläge und Tipps hast du für andere junge Fahrer, die sich für den Sport begeistern und im Bike-Park oder auf Freestyle-Lines besser werden wollen?
OS: Ich denke, man sollte es tun, weil es Spaß macht, und nicht, weil man wie jemand anderes sein will. Es sei denn, man hat Spaß daran, haha! Ehrlich gesagt: Fahr einfach so viel du kannst, baue deine eigenen Sprünge und fahr mit Freunden – hab Spaß! Darum geht es doch!
Wir wünschen Ondra viel Glück für die Saison und können es kaum erwarten, seine zukünftigen Video-Projekte zu sehen.
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